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von Franz Rother und Wirtschaftswoche Sonnencreme könnte in ein paar Jahren nicht mehr nötig sein: Das australische Unternehmen Clinuvel hat eine Substanz entwickelt, welche die menschliche Haut künstlich bräunt – ohne, dass der Körper der Sonne ausgesetzt wäre. Besonders Menschen mit Überempfindlichkeit profitieren davon.
Womöglich gibt es bald eine Alternative zur Sonnencreme. Foto: ap Die Clinuvel-Entwicklung ist quasi ein Lichtfilter, der unter die Haut geht. Die Substanz mit dem Arbeitstitel CUV1674 ist ein Nachbau des körpereigenen Hormons Alpha-MSH, das den Hautzellen signalisiert, dunkelbraunes Hautpigment - das Eumelanin - herzustellen. Normalerweise wird das Hormon ausgeschüttet, wenn der Körper mit der ultravioletten (UV) Strahlung des Sonnenlichts in Kontakt kommt. Folge: Wir werden braun, und die Pigmentierung schützt uns vor der krebsauslösenden Wirkung der UV-Strahlung. Wird CUV1674 als reiskorngroßes Implantat unter die Haut gepflanzt, wird der Körper braun, lange bevor er in die Sonne kommt. Zudem ist der Nachbau 1000-fach wirksamer als das Original-Peptidhormon, weil zwei von insgesamt 13 Aminosäuren ausgetauscht wurden.
Bis der Supersonnenschutz für jedermann zu haben ist, werden allerdings noch Jahre vergehen. Clinuvel testet das Implantat zurzeit nur an Menschen, die krankhaft lichtempfindlich sind, weil sie Vorstufen von Hautkrebs haben oder eine Krebs- oder Immuntherapie bekommen, die sie UV-empfindlich macht. Gedacht ist es auch für Menschen mit Sonnen- oder Lichtallergie.
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